Blauer Antennenwels L183 – Ancistrus dolichopterus

Der Blaue Antennenwels wird auch unter den Bezeichnungen „Echter blauer Antennenwels“ und „Weißsaumwels“ geführt. Er gehört zur Gattung Ancistrus. Gattungstypische Merkmale sind die Antennen, die sich am Kopf der Fische befinden. Blaue Antennenwelse sind besonders attraktiv gefärbt. Die Grundfärbung des Körpers ist entweder ein blaustichiges Schwarz oder Braun. Die Grundfarbe ist dicht mit sehr kleinen, weißen Punkten, die den Betrachter an einen Sternenhimmel erinnern, überzogen. Die Rückenflosse und die Schwanzflosse sind von einem leuchtend weißen Saum umrandet. Der L 183 erreicht im Aquarium eine Länge zwischen 18 und 25 Zentimetern. Die Lebenserwartung der Fische beträgt bei guter Pflege 15 Jahre. Blaue Antennenwelse werden häufig mit L 249, L 181 und L 071 verwechselt.

Vorkommen und natürliches Habitat

Die Verbreitungsgebiete dieser schönen Welse sind der Rio Negro und weitere Schwarzwassernebenflüsse des Amazonas im Norden von Brasilien. Das Wasser in seinen natürlichen Habitaten ist sehr weich, bernsteinfarben und gerbstoffreich. In seinem natürlichen Lebensraum lebt der blaue Antennenwels über dem Bodengrund aus feinem Sand oder Kies. Als Versteckmöglichkeit und Ruheplatz nutzt er Wurzeln und Steine.

Haltung und Pflege in Aquarien

Blauer Antennenwels Weibchen AncistrusDer blaue Antennenwels ist ein friedlicher Fisch, der sich gut als Bodenbewohner in einem Gesellschaftsbecken eignet. Die Kantenlänge des Aquariums, in dem eine Gruppe L 183 gehalten wird, sollte mindestens 80 Zentimeter und mehr betragen, da sie aufgrund ihrer relativen Größe viel Platz benötigen. Als optimal hat sich die Haltung von einem älteren, dominanten Männchen mit zwei bis drei Weibchen erwiesen. Damit sich diese Welse wohlfühlen, müssen sich im Becken viele Versteckmöglichkeiten befinden.

Blaue Antennenwelse benötigen zusätzlich zum gewöhnlichen Futter auch Holzfasern, die sie von im Becken befindlichen Moorkienwurzeln abraspeln. Obwohl sie sich überwiegend von pflanzlicher Nahrung ernähren, werden noch lebende, gesunde Wasserpflanzen in der Regel verschmäht. An diese gehen sie erst ran, wenn sie über längere Zeit keine andere Nahrungsquelle mehr finden. Ein wöchentlicher Teilwasserwechsel ist Voraussetzung für die Gesunderhaltung blauer Antennenwelse.

Beckeneinrichtung

  • viele Verstecke (Tonröhren, Steine, Schieferplatten, Wurzeln, halbierte Kokosnussschalen und Blumentöpfe)
  • dunkler Bodengrund aus feinem Sand oder Kies
  • Laub (Seemandelbaumblätter, Bananenblätter, Ahorn, Birke, Buche, Eiche, Erle)
  • gute Filterung
  • schummrige Beleuchtung

Revierverhalten, soziale Interaktion

Blauer Antennenwels L183 Ancistrus dolichopterusMännliche Exemplare sind stark revierbildend. Deshalb sollte in einem Aquarium nur ein männliches Exemplar gehalten werden. Da die Fische jedoch nur kleine Reviere für sich beanspruchen, ist eine Vergesellschaftung mit anderen Welsen möglich. Innerartliche Revierkonflikte haben keine Verletzungen zur Folge. Der L 183 verhält sich anderen Fischen gegenüber friedlich und jagt diese nicht. Er lässt sich auch mit kleineren Salmlerarten problemlos in einem Aquarium halten. Bei einer Vergesellschaftung muss allerdings immer darauf geachtet werden, dass die von den verschiedenen Fischarten bevorzugten Wasserwerte nahezu identisch sind.

Wasserwerte und Temperatur für Haltung und Zucht

  • Die Wassertemperatur im Becken sollte zwischen 24 – 30°C liegen.
  • L 183 tolerieren eine Wasserhärte im Bereich von 4-19 °dGH.
  • Bevorzugt wird weiches, leicht saures Wasser, ideal ist ein pH-Wert zwischen 5,0 und 7,0.

Fütterung und Nahrung juveniler und adulter L 183

Blaue Antennenwelse ernähren sich hauptsächlich von pflanzlichem Futter, fressen allerdings auch tierische Nahrung. Sie fressen:

  • Aufzuchtfutter
  • Frostfutter (weiße, rote und schwarze Mückenlarven)
  • Welssticks, Welstabs
  • Flockenfutter
  • Lebendfutter (Moina, Wasserflöhe, feinen Krill, Artemia und Cyclops)
  • Gemüse
  • Spirulina (Tabs oder lose ins Becken geschüttet)

Tipp: Werden blaue Antennenwelse zusammen mit anderen Fischen in einem Gesellschaftsbecken gehalten, sollten verendete Fische nicht gleich entfernt werden, denn die Welse erweitern ihren Speiseplan dann um tierische Proteine, die sie aus den toten Fischen holen.

Zucht und Vermehrung

Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Nachzucht sind abwechslungsreiche Fütterung und optimale Wasserwerte. Durch verstärkte Wasserwechsel (ca. alle 3 Tage) werden die Fische dazu angeregt, sich zu paaren und abzulaichen. Zur Zucht sind Wasserwerte unter 10°dGH und pH <7. ideal. Das Männchen ist leicht an seinen Antennen zu erkennen. L 183 sind Höhlenlaicher. Die Bruthöhle wird vom Männchen ausgewählt. Bewährt haben sich Schieferhöhlen und Tonröhren.

Die Höhlen beziehungsweise Tonröhre müssen auf die Körpergröße der Fische abgestimmt sein. In der Bruthöhle legt das Weibchen mehrere Eipakete ab, die nach der Befruchtung vom Männchen gepflegt und verteidigt werden. Die juvenilen Welse schlüpfen nach drei bis sechs Tagen und wachsen schnell. Sie färben sich bereits nach drei Tagen um. Nach drei Wochen besitzen die Jungfische bereits eine Länge von zwei Zentimetern. Wenn die jungen Welse selbstständig sind, endet die Brutpflege des Männchens und die kleinen Welse sollten in ein separates Aufzuchtbecken umgesetzt werden.

Junge blaue Antennenwelse lassen sich mit demselben, allerdings in der Größe angepasstem, Futter wie die adulten Blauen Antennenwelse ernähren.

Alles auf einen Blick


Deutscher Name:Blauer Antennenwels
Lateinischer Name:Ancistrus dolichopterus
weitere Bezeichnungen:L183
Echter blauer Antennenwels
Weißsaumwels
Familie:Ancistrus
Herkunft:Brasilien
Lebenserwartung:bis 15 Jahre
Schwierigkeitsgrad:Anfänger
Größe:bis 25 cm
Weibchen bleiben kleiner
Unterschiede Geschlecht:Männchen besitzen auffällige Antennen am Kopf
Sozialverhalten:revierbildend aber friedlich
Nachzucht:Höhlenbrüter
Beckenbereich:Boden
Minimale Aquarium-Größe:96 Liter (80x30x40 cm)
Wassertemperatur:24 - 30 °C
pH-Wert:5 - 7
Gesamthärte:4 - 19 °dH
Karbonathärte:2 - 17 °dH
Nahrung:Holzfasern, Gemüse, Lebenfutter, Futtertabletten, Flockenfutter
Bemerkung:Dunkler Bodengrund und Versteckmöglichkeiten.