Orangeflossen-Panzerwels (Corydoras sterbai)

Orangeflossen Panzerwels Corydoras sterbai

Der Orangeflossen-Panzerwels (Corydoras sterbai) ist einer der schönsten Vertreter seiner Gattung. Er wurde nach dem Ichthyologen Günter Sterba benannt. Verglichen mit anderen Panzerwelsen besitzt der Orangeflossen-Panzerwels einen höheren Rücken. Der Kopf und der Rücken der Welse besitzen eine hell- bis dunkelbraun variierende Grundfärbung. Die Grundfärbung ist von einem attraktiven, zarten Linien- und Punktmuster überzogen. Der Bauch von Orangeflossen-Panzerwelsen ist weiß bis rosa gefärbt. Die Körperseiten zur Schwanzflosse sind gelblich und braun gestreift. Die im deutschen Namen erwähnte Flossenfärbung bezieht sich auf den ersten, kräftig gelb bis orange gefärbten Bruststrahl. Der Sterbai-Panzerwels gleicht in der Musterung dem Leopard- und dem Dreilinien-Panzerwels.

Der Orangeflossen-Panzerwels (Corydoras sterbai) wurde zum ersten Mal 1960 in den Aquaristik-Markt eingeführt. Er erreicht eine maximale Körperlänge von 6 Zentimetern. Die Weibchen zeigen einen fülligeren Körperbau und wirken dadurch etwas größer. Orangeflossen-Panzerwelse können bei guter Pflege ein Alter von maximal 7 Jahren erreichen.

Vorkommen und natürliches Habitat

Orangeflossen Panzerwels Corydoras sterbaiDas natürliche Verbreitungsgebiet von Corydoras sterbai ist der Rio Guapore nahe der brasilianischen Ortschaft Pontes e Lacerda. Ein weiterer Fundort ist der Mato Grosso. In seinem natürlichen Habitat lebt der Orangeflossen-Panzerwels in größeren Gruppen auf dem sandigen, weichen Bodengrund in sehr weichem, leicht saurem, keimarmen Schwarzwasser. Als Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten dienen dem Fisch Wurzeln und dichte Pflanzenbestände.

Haltung und Pflege in Aquarien

Orangeflossen-Panzerwelse lassen sich einfach halten. Das Aquarium sollte mindestens eine Kantenlänge von 80 Zentimetern haben, da es sich bei diesen Welsen um aktive Schwimmer handelt. Wie alle Welse benötigt auch Corydoras sterbai eine große Grundfläche, damit er sich wohlfühlt. Eine spezielle Aquarieneinrichtung ist nicht erforderlich. Damit beim Gründeln die Barteln der Fische nicht verletzt werden, muss der Bodengrund aus feinkörnigem, weichem Sand bestehen. Die Ränder sollten dicht bepflanzt sein. Aufgrund der höheren Wassertemperaturen sind Echinoderus-Arten besonders gut zur Bepflanzung geeignet. Der Orangeflossen-Panzerwels ist ein besonders wärmeliebender Fisch. Er fühlt sich bei Temperaturen von 26 bis 28 Grad C am Wohlsten. Ein kurzeitiges Absinken der Wassertemperatur auf 23 Grad C wird von den Welsen allerdings toleriert.

Orangeflossen-Panzerwelse sollten in Gruppen von mindestens acht bis zehn Tieren gehalten werden. Trotz optimaler Haltungsbedingungen kann es vorkommen, dass sie plötzlich unruhig werden und ununterbrochen an den Scheiben auf- und abschwimmen. In dieser Situation nehmen sie keine oder nur wenig Nahrung am Abend auf. Um die Fische nicht zusätzlich zu beunruhigen, müssen Stress und Unruhe im Aquarium unbedingt vermieden werden. Die Fütterung sollte abends erfolgen.

Beckeneinrichtung

  • Feinkörniger, weicher Sand
  • Dichte Randbepflanzung
  • Wurzeln und halbierte Kokosnussschalen als Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten.
  • Wöchentlicher Teilwasserwechsel (20 bis 30 Prozent).
  • getrocknetes Laub (Seemandelbaumblätter, Bananenblätter, Ahorn, Buche, Birke, Erle, Eiche) dient den Fischen als Versteckmöglichkeit, sorgt für keimfreies Aquarienwasser und dient den Fischen als Nahrungsquelle.

Revierverhalten, soziale Interaktion

Gegenüber anderen Fischen verhalten sich die eher ruhigen Orangeflossen-Panzerwelse sehr friedlich. Eine Vergesellschaftung ist deshalb ohne weiteres mit sämtlichen Fischarten (Welsen, Salmlern, nicht stark revierbildenden Buntbarschen) möglich, die keine Panzerwelse fressen und die identische Wasserwerte bevorzugen. Da es sich um einen sehr wärmebedürftigen Vertreter aus der Familie der Panzerwelse handelt, eignet er sich gut als Bodenbewohner in einem Diskusaquarium.

Wassertemperatur und Zusammensetzung für Haltung und Nachzucht

  • Damit sich Orangeflossen-Panzerwelse wohlfühlen, sollte die Wassertemperatur zwischen 23-28 °C liegen
  • Bezüglich der Wasserhärte sind Corydoras sterbai anspruchslos, die Werte dürfen zwischen 2°dGH -19°dGH liegen.
  • Der pH-Wert darf zwischen 6,0 – 7,5 liegen.
  • Neben dem bereits genannten Laub sind vor allem getrocknete Erlenzapfen sehr gut geeignet, um die Keimbelastung des Wassers so niedrig wie möglich zu halten.

Nahrung und Fütterung adulter und juveniler Orangeflossen-Panzerwelse

In ihren natürlichen Habitaten ernähren sich Orangeflossen Panzerwelse überwiegend von zersetzten tierischen und pflanzlichen Überresten (Detritus). Sie halten sich hauptsächlich über den Bodengrund auf, schwimmen zur Nahrungsaufnahme allerdings auch zur Wasseroberfläche. In sehr vielen Aquarien werden Corydoras sterbai als Restevertilger gehalten. Es muss jedoch unbedingt darauf geachtet werden, dass die Fische genügend Futter erhalten. Im Aquarium können sie gefüttert werden mit:

  • Kleines Lebendfutter (Tubifex)
  • Frostfutter
  • Trockenfutter

Zucht und Vermehrung

Die Geschlechter lassen sich beim Orangeflossen Panzerwels leicht unterscheiden. In der Ansicht von oben wirken die Weibchen deutlich breiter als männliche Fische. Bei seitlicher Betrachtung sehen die Weibchen breiter und hochrückiger aus. Werden die Fische ausreichend und abwechslungsreich gefüttert, ist die Bauchpartie weiblicher Fische stärker gewölbt als die der Männchen.

Corydoras sterbai laichen nur ab, wenn sie abwechslungsreich und ausreichend gefüttert werden. Eine weitere Voraussetzung zur Zucht sind optimale Haltungsbedingungen hinsichtlich der Wasserqualität. Die Laichbereitschaft kann zusätzlich durch stärkere und häufigere Wasserwechsel mit salzarmem Kaltwasser stimuliert werden. Nachdem die bis zu 80 Eier befruchtet sind, sucht das Weibchen eine ruhige Stelle im Becken, um die selbstklebenden Eier an die zuvor geputzte Stelle (breitblättrige Wasserpflanzen, Scheiben) anzuhaften. Nach vier Tagen schlüpfen die Larven. Nach weiteren drei Tagen ist ihr Dottersack aufgezehrt und sie können mit Futter für Jungfische gefüttert werden:

  • Artemia Nauplien
  • Zerriebenes Trockenfutter
  • Grindalwürmer

Um das Überleben der juvenilen Welse zu sichern ist es ratsam, sie in einem separaten Aufzuchtbecken zu halten, bis sie in ihrer Größe den bereits adulten Welsen nahekommen.

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