Vielpunkt Kuckuckswels – Synodontis multipunctatus

Vielpunkt Kuckuckswels Synodontis Multipunctatus

Der Vielpunkt Kuckuckswels wird häufig in Malawi- und Tanganjika-Aquarien gehalten. Kuckuckswelse werden auch Leopardwelse, Großaugen-Kuckucks-Fiederbartwelse oder Vielpunkt-Fliederbartwelse genannt. Der rasant gründelnde Kuckuckswels ist eine der am meisten in Aquarien gehaltenen Vertretern aus der Gattung Synodontis.

Der Kuckuckswels gehört zur Familie der Fliederbartwelse. Ihren Trivialnamen Kuckuckswels erhielten die Fische, weil die Welse ihre Eier bei maulbrütenden Buntbarschen untermogeln. Der Leib des Kuckuckswelses ist an den Seiten zusammengedrückt. Die Schwanzspitze des Fisches ist tief eingebuchtet. Der Fischkörper ist gelblich-braun oder bräunlich, der Bauch der Welse ist weiß gefärbt. Der gesamte Körper inklusive des Kopfes ist mit dunklen Flecken bedeckt. Diese sind auch auf den Brust-, Schwanz- und Rückenflossen sichtbar. Kuckuckswelse besitzen eine ungewöhnlich lange Fettflosse. Diese setzt unmittelbar hinter der Rückenflosse an und erstreckt sich bis zur Schwanzwurzel.

Vielpunkt KuckuckswelsDie Haut des Kuckuckswelses ist nicht mit Schuppen bedeckt und deshalb leicht verletzbar. Kuckuckswelse besitzen große Augen. Der erste Flossenstrahl der Dorsale (hohe Rückenflosse) besteht aus einem kräftigen, spitzen Stachel. Weit vorn an seinem Kopf trägt der Kuckuckswels drei Paare Barteln. Die Barteln, die sich am Oberkiefer befinden, sind deutlich größer als die des Unterkiefers. Die Geschlechter lassen sich nur mittels der Genitalpapille unterscheiden. Adulte Exemplare erreichen eine Länge von bis zu 25 Zentimetern. Bei optimaler Pflege beträgt die Lebenserwartung von Kuckuckswelsen bis zu 15 Jahren.

Der natürliche Lebensraum des Vielpunkt Kuckuckswelses

Synodontis multipunctatus stammt aus Ostafrika. Seine natürlichen Habitate sind der Tanganjikasee und die Zuflüsse vom Malagarasi-Fluß. Seine natürlichen Biotope sind Uferbereiche mit vereinzelten Steinen und Geröllzonen auf sandigem Untergrund in klarem, sauberem Wasser.

Haltung und Pflege in Aquarien

Der Vielpunkt Kuckuckswels benötigt aufgrund der zu erwartenden Endgröße und der Schwimmfreudigkeit ein großes Aquarium. Das Becken sollte mindestens ein Volumen von 450 Litern besitzen. Der Vielpunkt Kuckuckswels ist ein sehr geselliger Fisch und muss deshalb in kleinen Gruppen mit mindestens 5 Tieren gehalten werden. Das Becken sollte strukturiert eingerichtet und mit vielen Versteckmöglichkeiten ausgestattet sein. Jeder Fisch benötigt mindestens einen eigenen Unterstand. Da sich Kuckuckswelse nicht an Wasserpflanzen vergreifen, ist eine Bepflanzung des Aquariums durchaus möglich. Da die gefräßigen Fische ständig auf Futtersuche sind, darf der Bodengrund nicht aus scharfkantigem Material bestehen.

Beckeneinrichtung

  • Bodengrund feiner Sand
  • Steinaufbauten, Felsspalten, Höhlen
  • Leistungsfähige Filteranlage
  • Diffuse Beleuchtung

Revierverhalten, soziale Interaktion

Der Vielpunkt Kuckuckswels ist ein geselliger Gruppenfisch. Ältere Exemplare entwickeln sich meist zu Einzelgängern, die allerdings kein stark ausgeprägtes Territorialverhalten zeigen. Untereinander sind Kuckuckswelse zeitweise ziemlich grob. Zur Vergesellschaftung sind andere ostafrikanische Fischarten (Tanganjika- und Malawibuntbarsche) gut geeignet.

Mit Sandcichliden dagegen sollten Kuckuckswelse nicht vergesellschaftet werden, da diese sich durch die lebhaften Welse gestört fühlen können. Von einer gemeinsamen Haltung mit Panzertieren muss ebenfalls abgeraten werden, da diese die Kuckuckswelse schwer verletzen können. Bei einer Vergesellschaftung muss weiterhin darauf geachtet werden, dass das Maul der Fische groß genug ist, damit die jungen Kuckuckswelse entlassen werden können.

Wassertemperatur und Zusammensetzung  für Haltung und Nachzucht

  • Die Wassertemperatur sollte zwischen 24°C -27°C betragen.
  • Der optimale pH-Wert liegt zwischen 7,2 – 8,2.
  • Die Gesamthärte sollte zwischen 10 -20°dGH betragen.

Nahrung und Fütterung adulter und juveniler Vielpunkt Kuckuckswelse

In seinen natürlichen Lebensräumen ernähren sich Kuckuckswelse von Tanganjika-See-Schnecken und Insekten. Die Schnecken werden von den Welsen ausgesaugt. Im Aquarium nehmen die Welse feines Lebendfutter, Frostfutter und Futtertabletten an. Zur Fütterung geeignet sind:

  1. Futtertabletten
  2. Flockenfutter
  3. Frostfutter
  4. Lebendfutter
  5. Algenaufwuchs

Fischbrut ernährt sich zunächst von den Fischlarven ihres Wirts. Ein spezielles Erstfutter ist deshalb nicht erforderlich.

Zucht und Vermehrung

Das Brutpflegeverhalten von Kuckuckswelsen ist eine Besonderheit. Um sich zu vermehren, mogeln Kuckuckswelse ihre Eier maulbrütenden Buntbarschen unter. Die Eier vom Kuckuckswels sind ungefähr 1 Millimeter groß und gelb-orange gefärbt. Dazu zwängen sich die Kuckuckswelse zwischen balzende Buntbarsche und jubeln den Buntbarschen auf diese Weise ihren Laich unter. Die Nachkommen des Kuckuckswelses schlüpfen früher als die jungen Cichliden. Die Larven des Wirtsfisches werden gefressen. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem die jungen Kuckuckswelse das Maul des Wirtsfisches verlassen, vergehen im Schnitt 2 Wochen.

Die jungen Kuckuckswelse sind in diesem Stadium bereits sehr selbstständig und relativ groß. Entlassen werden im Durchschnitt zwischen 6 und 15 junge Kuckuckswelse. In Ausnahmefällen kann die Anzahl der Jungfische über 20 betragen.

Alles auf einen Blick


Deutscher Name:Vielpunkt Kuckuckswels
Lateinischer Name:Synodontis multipunctatus
weitere Bezeichnungen:Leopardwels
Großaugen-Kuckucks-Fiederbartwels
Vielpunkt-Fliederbartwels
Kuckuckswels
Familie:Fliederbartwelse
Herkunft:Ostafrika
Lebenserwartung:bis 15 Jahre
Schwierigkeitsgrad:Fortgeschrittener
Größe:bis 25 cm
Unterschiede Geschlecht:feststellbar über Genitalpapille
Sozialverhalten:friedlich und gesellig
Nachzucht:Brutparasiten
Beckenbereich:unteres Drittel
Minimale Aquarium-Größe:450 Liter (150x50x60 cm)
Wassertemperatur:24 - 27 °C
pH-Wert:7,2 - 8,2
Gesamthärte:10 - 20 °dH
Karbonathärte:8 - 18 °dH
Nahrung:Trockenfutter, Futtertabletten, Frost- und Lebendfutter


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