Apistogramma borelli – Gelber Zwergbuntbarsch

Apistogramma Borellii

Mit seiner besonders schönen Färbung sticht dieser Vertreter der Fischgattung Apistogramma aus der Familie der Zwergbuntbarsche heraus. Die auffällige gelbe Färbung befindet sich vor allem unterhalb des Mauls und zieht sich über die Bauchseite bis zum unteren Teil der Schwanzflosse. Auffällig sind die metallisch-blau glänzenden Zeichnungen unter den Augen und im Bereich der Kiemen. Der Apistogramma borelli ist neben dem Südamerikanischen Schmetterlingsbuntbarsch, sicherlich einer der beliebtesten Zwergbuntbarsche.

Der natürliche Lebensraum des gelben Zwergbuntbarsches

Das natürliche Habitat der gelben Zwergbuntbarsche liegt im nördlichen Teil von Südamerika und erstreckt sich vom Norden Argentiniens bis weit in die südlichen Regionen Brasiliens. Der direkte Lebensraum befindet sich in klaren, schwach fließenden bis stehenden Gewässern, die ausreichend großen Pflanzenbewuchs bieten. Bei Gefahr werden Verstecke unter Schwimmpflanzen und/oder Baumwurzeln aufgesucht.

Haltung und Pflege in Aquarien

Der gelbe Zwergbuntbarsch gehört zur Gruppe der paarbildenden Versteckbrüter und kann deshalb als Paar in Aquarien gehalten werden. Bei ausreichender Größe des Aquariums können mehrere gelbe Zwergbuntbarsche und/oder Salmler miteinander vergesellschaftet werden.

Beckenreinrichtung

  • Üppige Bepflanzung & verschiedene Wurzelhölzer zur Nachbildung des natürlichen Habitats.
  • Dunkler Untergrund, der mit einem kleinen Anteil Torf (<= 10%) angereichert wird.
  • Präparierte, halbe Kokosnussschalen oder halbierte Blumentöpfe als Brut- und Versteckmöglichkeit.

Revierverhalten, soziale Interaktion

Apistogramma borelli WeibchenDer gelbe Zwergbuntbarsch beansprucht ein Revier für sich, das er auch verteidigt. Trotz der eigentlichen Paarbildung können mehrere Weibchen mit einem Männchen gehalten werden, wenn genügend Verstecke bzw. Bruthöhlen vorhanden sind. Befinden sich mehrere Männchen in einem Becken kommt es zu einer Rangbildung. Die rangniederen Fische sind in der Lage, eine ansonsten für Weibchen typische Färbung anzunehmen, um eventuellen Angriffen des ranghöheren Männchens zu entgehen. Dieses Tarnverhalten kann so weit gehen, dass sich die Männchen sogar ein eigenes Weibchenrevier zulegen und sich mit der Brutpflege beschäftigen. Für gewöhnlich beschränkt sich ihre aktive Teilnahme aber auf die Verteidigung des Brutreviers.

Wassertemperatur und Zusammensetzung für Haltung  und Nachzucht

  • Die ideale Wassertemperatur liegt zwischen 25°C und 28°C.
  • Die Wasserhärte sollte 5°dH nicht übersteigen, sondern besser noch darunter liegen.
  • Alle 4-7 Tage (je nach Verschmutzungsgrad) muss ein Teilwasserwechsel durchgeführt werden.

Nahrung und Fütterung adulter und juveniler gelber Zwergbuntbarsche

apistogramma Borelli Gelber ZwergbuntbarschDer gelbe Zwergbuntbarsch kann an jegliche Art von Futter gewöhnt werden. Die Brut benötigt separates Futter, das an ihre jeweilige Größe angepasst ist. Sobald die Jungtiere frei schwimmen werden folgende Futtersorten empfohlen:

  1. Mikrowürmer und Infusorien (Pantoffel- und Rädertierchen)
  2. Artemia-Nauplien
  3. Kleinkrebse

Zucht und Vermehrung

Das Becken für die Aufzucht sollte in seinen Dimensionen möglichst groß ausfallen, um die juvenilen Fische nach dem Schlupf nicht zu gefährden. Ideal ist ein Becken mit einer Kantenlänge von 1m und mehr. Auch müssen genügend Versteckmöglichkeiten vorhanden sein, denn nach dem Ablaichen des Weibchens kommt es häufiger vor, dass sie Männchen heftig angreifen und vertreiben. In einem Becken dieser Größe ist die Haltung eines kleinen Harems, dass sich aus einem Männchen und drei bis vier Weibchen zusammensetzt, in der Regel kein Problem.  Während das Weibchen ihre Brut in der Bruthöhle betreut, beschäftigt sich das Männchen vor allem mit der Bewachung des Reviers.

Apistogramma Borelli PaarBei der Wahl der Bruthöhlen sollte darauf geachtet werden, dass der Zugang zu den Höhlen nur so groß ist, dass die Weibchen zwar hindurch passen, die Männchen aber aufgrund ihrer Größe keinen Zugang zur Bruthöhle bekommen. Sollten nicht genügend Bruthöhlen zur Verfügung stehen, legen Weibchen ihre ovalen, rötlichen Eier auch an untypischen Plätzen wie in Wurzelstöcken oder unterhalb von Blättern ab.

Nach dem Schlupf der Fischlarven ist das Weibchen bemüht, den Nachwuchs am Boden der Bruthöhle zu halten, bis sie schließlich nach fünf bis neun Tagen als frei schwimmende Jungfische die Höhle verlassen. Ab diesem Zeitpunkt ist ihr Eidotter verbraucht und sie müssen ihrer Größe entsprechend gefüttert werden. Es ist empfehlenswert, die Jungfische noch ein bis zwei Wochen bei ihrer Mutter im Becken zu lassen, damit sie das artgerechte Verhalten ihrer Gattung erlernen können. Jungfische, die diese Möglichkeit bekommen, zeigen sich später als wesentlich effizienter bei weiteren Nachzuchten.

Alles auf einen Blick


Deutscher Name:Gelber Zwergbuntbarsch
Lateinischer Name:Apistogramma borelli
weitere Bezeichnungen:Borelli Zwergbuntbarsch Apistogramma borelli Heterogramma borellii Apistogramma reitzigi Apistogramma aequipinnis
Familie:Buntbarsche (Cichlidae)
Herkunft:Südamerika
Lebenserwartung:bis 4 Jahre
Schwierigkeitsgrad:Anfänger
Größe:bis 6 cm
Weibchen sind mit etwa 4 cm kleiner als die Männchen
Unterschiede Geschlecht:Weibchen kleiner und schwächere Färbung
Sozialverhalten:Paar- oder Haremshaltung
Nachzucht:Höhlenbrüter, Brutpflege durch Elterntiere
Beckenbereich:unteres Drittel
Minimale Aquarium-Größe:54 Liter (60x30x30)
Wassertemperatur:23 - 28 °C
pH-Wert:5 - 7
Gesamthärte:max. 15 °dH
Karbonathärte:max. 10 °dH
Nahrung:Allesfresser, Lebend-, Flocken- und Frostfutter
Bemerkung:Sofern die Wasserparameter stimmen, ist der Apistogramma borelli ein einfach zu haltender Südamerikanischer Zwergbuntbarsch.